Bierkönig, Party, Sangria und Schlager – Das war die Vorstellung von Mallorca, bevor wir uns selbst ein Bild von der Insel gemacht haben. 8 Tage haben wir auf der größten Insel der Balearen verbracht und uns vom Gegenteil überzeugt.

Wir hatten eine Unterkunft im Norden bei Platja de Muro, an der Bucht von Alcudia. Gelegen zwischen den beliebten Touristenorten Can Picafort und Alcudia und nur ca. 60 km vom Flughafen entfernt. Wir haben uns für die 8 Tage einen Mietwagen gebucht, den wir direkt am Flughafen abgeholt haben und dort wieder abgeben konnten. So waren wir zu jeder Zeit mobil und konnten entspannt und in unserem Tempo die Insel erkunden.

Wir haben uns zuerst in der Gegend umgeschaut und sind ans Cap de Formentor gefahren. Ende März ist Hochsaison für Radfahrer auf Mallorca, da es perfekte Temperaturen zum Trainieren sind und sich erst wenige Touristen auf der Insel aufhalten. Dementsprechend vorsichtig muss man die kurvigen Straßen zum Aussichtspunkt fahren. Es sind unzählige Fahrradfahrer unterwegs und es ist fast unmöglich durch die ganzen Kurven im Gebirge zu überholen. So fährt man meist gemütlich den Radfahrern hinterher und genießt die Landschaft. Mit etwas Glück entdeckt man eine Ziegenfamilie, die sich neben dem Straßenrand im Gebirge sonnt. Am ersten Aussichtspunkt angekommen, hat man eine spektakuläre Aussicht auf die Steilküsten und auf das tiefblaue Meer, dessen stürmischen Wellen gegen die Felswände schlagen. Ein Stück weiter, kommt man an einen weißen Leuchtturm mit der Aussicht auf die unendliche Weite des Meeres. Bei klarer Sicht hat man eine gute Sicht auf die Nachbarsinsel Menorca.

Einen Tag haben wir uns für den Süden eingeplant. Wir sind durch Palma gefahren, haben uns die Kathedrale angeschaut und danach machten wir einen Abstecher zum Balneario 6, auch besser bekannt unter dem Namen Ballermann 6. Vereinzelt waren ein paar Touristen an der Strandpromenade unterwegs, aber die meisten Geschäfte und Restaurants waren noch geschlossen oder in der Vorbereitung für die Saison. Eine handvoll Leute saßen bereits im Bierkönig (an der von den Deutschen getauften „Schinkenstraße“) und haben ihr Bier genossen, während im Hintergrund die einschlägigen Schlager liefen. Bis auf Hotels und Souvenir-Shops hatten die Bars, Discos und der Mega-Park noch geschlossen, denn der Saisonauftakt auf Mallorca beginnt erst Mitte April. Die Straßen und der Strand waren wie ausgestorben. Wir konnten uns nur ausmalen, wie einige Wochen später tausende Touristen am Strand liegen und aus ihren riesigen Eimern Sangria schlürfen, während sie zu lauter Musik gröhlen. Es war interessant und zugleich paradox, die berühmte Meile noch vor dem Ansturm zu sehen. Anschließend sind wir an der östlichen Seite wieder zur unserer Unterkunft gefahren und haben einige der unzähligen traumhaften Buchten besucht. Die Buchten haben glasklares Wasser, feine Sandstrände und laden zu einer Abkühlung an sonnigen Tagen ein.

Die meiste Zeit verbrachten wir aber im berühmten Serra de Tramuntana, das riesige Tramuntana – Gebirge im Westen Mallorcas. Die kleinen Dörfern zwischen den unzähligen Serpentinen, die Landschaft sowie das Gebirge, hat uns so beeindruckt, dass wir die letzten 5 Tage immer wieder zurückgekehrt sind. Wir sind in der Nähe des wunderschönen Städtchens Soller gewandert. Vorbei an Orangen- und Zitronenbäume, deren süßlicher Duft überall in der Luft liegt. Eines der Highlights auf Mallorca waren Sa Calobra und die Schlucht Torrent de Pareis . Die kilometerlangen, kurvigen Straßen Richtung Schlucht enden an einem riesigen Parkplatz, von dem aus man zur Schlucht läuft. Umgeben von hohen und imposanten Felswänden, kann man dort herumlaufen oder einfach am Strand entspannen.

Unser Fazit: Mallorca ist eine wunderschöne, vielfältige Insel mit atemberaubender Landschaft. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei und alles ist möglich: Kultur, Baden, Sport, Familienurlaub, Partyurlaub, Rundreisen oder etwas für Individualisten. Es gibt unzählige wunderschöne Buchten, interessante Sehenswürdigkeiten, viele Ausflugsmöglichkeiten und für uns das Beste: Die atemberaubene Landschaft und Natur.